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Magischer Mauerfall an der GSP

Gemeinschaftsschule Probstei gestaltete einen Tag der Demokratie – Höhepunkt: der Mauerfall.

Zeitreise in die jüngste Deutsche Geschichte für 44 Klassen – Zeitzeugen berichteten.

Der große Demokratie-Tag an der Gemeinschafsschule Probstei in Schönberg war dem Leben in, mit und nach der DDR gewidmet. Eigentlich sollte dieser Projekttag bereits im vergangenen Jahr stattfinden, doch Corona machte dem Vorhaben, wie so vielem, einen Strich durch die Rechnung. Doch alle Akteure, Lehrer, Schüler, Zeitzeugen waren jetzt mit Begeisterung dabei und holten das Verschobene nach. Ein ganzer Tag war dem Leben in, mit und nach der DDR gewidmet. Ein Schwerpunkt dabei waren die Berichte von Zeitzeugen, ein weiterer die große Ausstellung in der Aula, gestaltet und erläutert vom 12. Jahrgang, ein dritter der Mauerfall.

Es war für alle Beteiligten eine spannende Zeitreise in die jüngste deutsche Geschichte. Für die Schülerinnen der 44 Klassen von der fünften bis zum 12. Jahrgang war es eine besondere Erfahrung, die Menschen, die in der ehemaligen DDR gelebt und gearbeitet hatten, aufgewachsen waren, direkt nach ihrem Alltag ausfragen zu können. Vor allem für die unteren Jahrgänge war es kaum vorstellbar, kein Smartphone, ja nicht einmal einen Festnetzanschluss, oder gar Netflix zu haben. Das Thema Konsum nahm ebenso Raum ein, wie der Alltag als Jugendlicher im DDR-Staat. Sie erfuhren, wie ein politisches System auf alle Bereiche Einfluss genommen hat, die persönliche und berufliche Entwicklung seiner Menschen begrenzt hat. Zeitzeugen aus allen Altersgruppen, teilweise auch vermittelt vom Zeitzeugenbüro der Bundesstelle zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, erzählten bereitwillig aus ihrem Leben. „Es ist toll, dass die Schule so etwas macht und wir die Möglichkeit haben, den jungen Leuten etwas über die Zeit damals zu berichten“, sagte Gabriele Berthold aus Brandenburg und seit 2007 in Laboe zu Hause. Auch die Schüler zeigten sich beeindruckt. „Es ist unsere Vergangenheit, mit der wir uns beschäften. Es ist ist interessant, einen Blick in die damalige Zeit hinein werfen zu könne“, sagte Lewin Jahn aus Prasdorf. Der Zwölfklässler gehörte zu den Mitorganisatoren, die unter Regie von Inga Asmussen, Kreisfachberaterin für kulturelle Bildung, und Katharine Klein-Rathke, die selbst im Osten Berlins gelebt und studiert hatte. Sie appellierte an alle: „Wenn einer eine Mauer bauen will: Sagt Nein!“. Dieser Appell ging einer sehr emotional gehaltenen Inszenierung des Mauerfalls voraus, der als Höhepunkt für alle Beteiligten den Demokratie-Tag beschloss. Zur Musik von Carmina Burana und Original-Passagen von Politikern trugen SchülerInnen Stück für Stück der Mauer ab, so dass es langsam Licht wurde, bis schließlich der große Sturm die Mauer zum Einsturz brachte. Und wie im Leben: Viele sicherten sich ein Stück dieser besonderen Mauer. Ein riesiges Dankeschön an alle Organisatoren gab es von Schulleiter Timo Hepp. (Astrid Schmidt, Kieler Nachrichten)