Am Montagabend, dem 10. November 2025, fand der erste Workshop für den Klimaschutz im Schulverband statt. 25 Akteure, darunter Schulverbandsmitglieder, Vertreter:innen der Schul-/Einrichtungsleitungen, Lehrkräfte, Schülersprecher, das Personal des Schulverbandes (Hausmeister, Sekretariat) sowie Elternvertreter:innen, kamen zusammen, um ein lebendiges Leitbild für den Klimaschutz im Schulverband zu entwickeln. Ziele war es, einen emotionalen Zugang zum Thema Klimaschutz zu schaffen, Gemeinschaftsgeist zu fördern und die Rahmenbedingungen zu klären, die geschafft werden müssen, damit Klimaschutz im Schulverband gelingt.
Bei einer Runde Reverse-Brainstorming und dem Verfassen von Zeitungsartikeln zum Thema „Klimaschutzerfolg des Schulverbandes Probstei im Jahr 2045” hat sich das folgende Leitbild abgezeichnet:
- Autofreie Erreichbarkeit: Die Schulen sind komplett autofrei. Parkplätze wurden in grüne Aufenthalts- und Spielflächen verwandelt. Schüler:innen und Lehrkräfte kommen sicher mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem ÖPNV.
- Naturnahe, grüne Gestaltung: Schulwald, neu gepflanzte Bäume und naturnahe Freiflächen prägen das Gelände. Überall summt und zwitschert es, die Artenvielfalt auf dem Campus ist hoch.
- Energieversorgung über erneuerbare Energien und smart gesteuerte Technik: Die Gebäude erzeugen ihren Strom selbst durch PV-Anlagen und Energiespeicher und werden mit Wärmepumpen beheizt. Intelligente Steuerungen regulieren Heizung, Lüftung und Beleuchtung effizient.
- Zero-Waste- und Low-Impact-Orientierung: Mülltrennung, papierloses Arbeiten und die Abschaffung von Einwegartikeln sind für uns Alltag. Reparieren statt Wegwerfen sowie klimafreundliche Verpflegung sind selbstverständlich. Verpackungsmüll wird konsequent vermieden.
- Digital-first Verwaltung und Lernen: Alle wiederkehrenden Abläufe sind digitalisiert, Unterricht und Verwaltung laufen papierlos. Moderne Technologien und IT-Systeme erleichtern Lernen, Kommunikation und Organisation.
- Partizipativer, gemeinschaftlicher Klimaschutz: Schüler:innen gestalten Projekte und Klimaschutzmaßnahmen aktiv mit. Ihr Engagement treibt Innovationen und Projekte an.
- Leuchtturm-Schulen: Der Schulverband ist ein Vorbild für Schulen im ganzen Land. Er zeigt, wie Bildung, Nachhaltigkeit und Partizipation zu positiver Veränderung führen können.
Außerdem wurde diskutiert, welche Rolle jede:r der Akteure bei uns für den Klimaschutz im Schulverband spielt und welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit Klimaschutz als Bereicherung und nicht als zusätzliche Belastung wahrgenommen wird.
Während des Workshops haben den Teilnehmenden besonders der offene Austausch zwischen den unterschiedlichen Rollen im Schulverband sowie das gemeinsame Ziel motiviert und die Vielzahl an Ideen, die in verschiedenen Bereichen des Klimaschutzes entstanden sind. Auch die lockere und humorvolle Herangehensweise an diese oft bedrückende Herausforderung kam gut an.
Für die Zukunft würden sichtbare und greifbare Erfolge, wie eine gut funktionierende Mülltrennung oder Renaturierungsflächen, sie motivieren, da Klima und Klimaschutz oft abstrakt wirken und durch konkrete Ergebnisse leichter erfahrbar werden. Zusätzlich würde es ihnen Antrieb verleihen, wenn Klimaschutz eine Doppelwirkung entfaltet, wenn Einsparungen direkt in neue Projekte reinvestiert werden, wenn Aktionen und Erfolge regelmäßig sichtbar gemacht werden (z. B. über das Infodisplay der GSP) und wenn Klimaschutz auch Entlastungen im Alltag bringt (z. B. durch Fahrgemeinschaften). Außerdem würde es sie motivieren, wenn Klimaschutz als Anlass genutzt würde, um neue Wege der Wertschätzung zu suchen und zu schaffen.
Als Herausforderung betrachten die Teilnehmenden weiterhin das Thema der Verantwortlichkeit für Klimaschutzprojekte. Wer treibt was in Sachen Klimaschutz nachhaltig voran? Wer nimmt sich Zeit und übernimmt die Verantwortung, damit es nach Visionen und Ideen wirklich vorangeht? Eine Frage, die es entsprechend zu knacken gilt, ist: Was braucht es, damit Menschen im Schulverband zu „mehr“ bereit sind und auch mehr leisten können? (Text/Fotos: Greta Oschmann)









