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Bläserklassen

Die Bläserklassen in Schönberg bestehen zur Zeit aus einer Gruppe von etwa 50 Schülerinnen und Schülern der  Gemeinschaftsschule Probstei, die als Anfänger eines der folgenden Instrumente von Beginn an (5.-6. Klasse) systematisch erlernen:

Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Posaune, Euphonium, Tuba, Schlagzeug (u.a. Vibraphon), E-Gitarre und E-Bass.

Diese erste Gruppe begann im November 2002 (aus allen drei 5. Klassen übergreifend gebildet) und kooperierte bereits mit der Kreismusikschule Plön. Für einen günstigen monatlichen Pauschalpreis erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Leihinstrument, eine Instrumentallehrstunde, eine Ensemblestunde und eine „Projektstunde“ pro Woche. Das Projekt ist auf zwei Jahre (für die Klassen 5 und 6) angelegt. Nach diesen zwei Jahren werden die Instrumente der nächsten Bläserklasse zur Verfügung gestellt.

Die Schule bietet nach der sechsten Klassenstufe die Arbeit im Ensemble in drei AGs an: Dazu zählen die Pustefix-Bläser für die 5.-6.-Klässler, die Young Stars für die 7.-8.-Klässler und die Real Big Band für die 9.-10.-Klässler, so dass das Spielen in der Gruppe mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gewährleistet werden kann. (Einige Leihinstrumente stellt die Gemeinschaftsschule gegen Gebühr zur Verfügung.)

Der 2002 gestartete „Versuch“ wurde ein Erfolg. Seit dem Schuljahr 2004/05 wurde die zweite Bläserklasse eingerichtet und es folgen nun jedes Jahr (mindestens) eine weitere. So entsteht in der Stufe 5. und 6. Klasse das Prinzip Bläserklasse als fester Baustein im Schulprofil der Gemeinschaftsschule Probstei in Kooperation mit der KMS Plön, die Instrumente und Fachinstrumentallehrer bereitstellt.

Zurzeit sind ca. 50 Kinder und Jugendliche in diesem Projekt engagiert (Klassen 5 und 6). Ungefähr 25 weitere Schülerinnen und Schüler spielen in den AGs, also rund 75 Schüler/-innen zusammen. Der konventionelle Musikunterricht in Klasse 5 und 6 bleibt für die anderen Klassen selbstverständlich bestehen. Ebenso der Wahlpflichtunterricht für Theatermusik (WPU II) und der neue WPU I ab Klasse 7 (vierstündig bis Klasse 10).

Wenn die Nachfrage und das Interesse weiterhin so groß bleiben, werden wir im Jahre 2016 ungefähr 20% „musizierende“ Schüler an unserer Schule haben! Dazu kommen dann noch die Musiker und Sänger unserer Schulbands (ca. 30) sowie die „Techniker“ für Licht und Ton (ca. 20) und seit 2010 unsere neuen Streicher aus den Streicherklassen. Die Erweiterung zur sechszügigen Gemeinschaftsschule seit 2009 schaffte die Voraussetzungen für diese weitere Musikklasse pro Jahrgang: eine Streicherklasse.

Die Lehrkräfte der KMS Plön für die Bläserklassen im Überblick (2014)

Flöte:

Christiane Stein

 

Klarinette:

Dirk Gerschler

 

Saxophon:

Alexandr Russanow

 

Trompete:

Kristin Krumbeck

 

Posaune/Euphonium/Tuba:

Hannah Katharina Beyer

 

Gitarren/E-Bass:

Peter Wilhelm Vöge

 

Schlagzeug/Vibes:

Marcus Bense

 

 

 

Zusätzliche Informationen zum Thema Bläserklasse



 

WAS IST EINE BLÄSERKLASSE ?

Bei dem Konzept der sogenannten Bläserklasse handelt es sich um eine innovative Form des Musikunterrichts, die sich erfahrungsgemäß positiv auf das Lernen der beteiligten Schülerinnen und Schüler und das gesamte Schulleben auswirkt.

Bei einer Bläserklasse handelt es sich um eine normale Klasse, die im Klassenverband in allen Fächern unterrichtet wird. Der Unterschied zu den Parallelklassen ist jedoch das Profil im Musikunterricht: Alle Schülerinnen und Schüler erlernen für zwei Jahre ein Blasinstrument (auch Schlagzeug, Gitarre oder Bass). Eine besondere musikalische Begabung wird in der Bläserklasse nicht vorausgesetzt; vielmehr geht es darum, jedem Kind - begabt oder nicht begabt - die Musik als „Plus“ für sein Leben an die Hand zu geben. Das Unterrichtsprojekt wird in den Klassen 5 und 6 durchgeführt und ist gebührenpflichtig.

 

WELCHE ERFAHRUNGEN WURDEN BISHER MIT BLÄSERKLASSEN GEMACHT ?

Das Konzept der Bläserklasse kommt aus den USA und wurde 1996 in Zusammenarbeit mit einem Instrumentenhersteller nach Deutschland gebracht und befördert. In Schleswig-Holstein ist es weniger verbreitet als im süddeutschen Raum. Im Jahre 2002, als wir mit dem ersten Durchgang begannen, gab es in Deutschland lediglich etwa 300 Bläserklassen. In Schleswig-Holstein waren wir die erste Realschule mit einer Bläserklasse. In Deutschland gibt es heute über 2000 Bläserklassen (Stand von 2014). Dieser Zuwachs spricht eine deutliche Sprache.

 

UNTERRICHT

Den Schülerinnen und Schülern der Bläserklasse wird ein Blasinstrument für die Dauer von zwei Jahren leihweise zur Verfügung gestellt.

Sie erhalten zusammen mit den Klassenkameraden, die das gleiche Instrument spielen, einmal in der Woche vormittags Instrumentalunterricht in einer Kleingruppe bei einem für das Instrument ausgebildeten professionellen Instrumentallehrer.

In den Bläserklassen in Schönberg werden folgende Blasinstrumente gespielt:

Querflöte, Klarinette, Alt-Saxophon, (Tenor-Saxophon,) Trompete, Posaune, Euphonium und Tuba, natürlich auch Schlagzeug inklusive Mallets (Vibraphon) sowie E-Bass und E-Gitarre.

Es gibt einmal pro Woche den sogenannten Ensemble-Unterricht, in dem im Klassenverband geprobt wird.

Eine zusätzliche Projektstunde mit der halben Klasse (also zwei Lehrkräfte pro Klasse) beschäftigt sich wahlweise mit ausgewählten Schwerpunkten, zum Beispiel Rhythmik, Tonarten, Solospiel, Singen, Trommeln, Atmung, Haltung, Dirigieren, etc.

Anders als im „normalen“ Musikunterricht der anderen Kinder der 5. und 6. Klassen besteht in der Bläserklasse der Grundsatz, dass jedes Kind in jeder Stunde des Musikunterrichts sein Instrument dabei hat und dass alles, was im Musikunterricht gelernt wird, im Umgang mit den Instrumenten erarbeitet wird.

Nach Abschluss der 6. Klasse erhalten die Schüler bis zur 10. Klasse die Gelegenheit, in verschiedenen Bläser-AGs musikalisch aktiv zu bleiben (Pustefix-Bläser, Young Stars, Big Band).

 

WELCHE VORTEILE BIETET DIE BLÄSERKLASSE ?

Das Erlernen eines Musikinstrumentes in Kombination mit dem Musizieren im Klassenverband hat viele positive Auswirkungen auf die Kinder und ihr Schulleben:

Wenn eine ganze Klasse Instrumente spielt, ist der Musikunterricht grundsätzlich handlungsorientiert. Auf keine andere Weise kann Musik in ihrem Wesen und in ihrer Bedeutung für den Menschen besser erfahren und „begriffen“ werden als durch eigenes Musizieren.

Wenn dies gemeinsam geschieht, fachlich fundiert und ernsthaft betrieben wird, entstehen soziale Erfahrungen, wie sie in dieser Intensität kaum ein anderes Schulfach vermitteln kann. Die positiven Auswirkungen solcher musikpraktischer Erfahrungen auf die Intelligenz, auf das Lernverhalten insgesamt und die weitere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind eindrucksvoll in der Berliner Bastian-Studie belegt (Anmerkung: bezogen auf mehrjähriges Musizieren).

Eine spätere mehr theoretische und abstrahierende Beschäftigung mit Musik wird durch die eigenen praktischen Erfahrungen zudem erheblich erleichtert, in einigen Bereichen überhaupt erst ermöglicht.

Durch das Üben auf einem Musikinstrument wird die Konzentrationsfähigkeit gesteigert: Körperhaltung, Atem, Lippen und Finger müssen zur rechten Zeit das Richtige machen, damit genau in diesem Moment der richtige Ton klar und deutlich erzeugt wird. Das Musizieren mit anderen erfordert zusätzlich die Konzentration (das Zuhören!) auf die Mitspieler(innen), den Dirigenten und die Noten. Die Folge: Die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht, auch in anderen Fächern, wird so geschult. Das Wir-Gefühl in der Klasse, die Klassengemeinschaft, wird gestärkt, weil alle eine gemeinsame Aufgabe haben, die immer wieder in einem Klangerlebnis endet.

Das Musizieren kann zu einem wichtigen Lebensbegleiter des Kindes werden: Musik baut auf, wenn’s einem schlecht geht, Musik schafft soziale Kontakte und vieles mehr.

Nicht nur der Paderborner Musikpädagoge Hans Günther Bastian kann auf Grund der Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Langzeitstudie nachweisen, dass intensives Musizieren im frühen Alter sowie in der schulischen Gemeinschaft die Intelligenz, die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Schüler positiv verändert. Seine Forschungsergebnisse werden auch von schweizer Schulversuchen (Ernst Waldemar Weber) und Untersuchungen in den USA (Dr. Frances Rauscher, University of Wisconsin und Dr. Gordon Shaw, University of California) bestätigt.

Auch der bekannte Neurobiologe Prof. Dr Manfred Spitzer der Uniklinik Ulm erklärt, dass durch vor allem aktives Musizieren Intelligenz gefördert und Gedächtnisprozesse angeregt werden (Musik im Kopf, 2003).

 

FINANZIELLER RAHMEN / SPONSORENTÄTIGKEIT

Die Musikinstrumente, die in der Bläserklasse verwendet werden, werden den Schülern der Bläserklasse zwei Jahre leihweise zur Verfügung gestellt. Die Kosten für das Ausleihen des Instrumentes, für den Unterricht, für die Versicherung und die Wartung belaufen sich monatlich auf ca. 40 EUR (Stand 2014).

Dieses Angebot ist nur deshalb finanziell so attraktiv, da die Anschaffungskosten für die Instrumente von der KMS Plön getragen worden sind. Für die Anschaffung schuleigener Instrumente hat die Gemeinde Schönberg einmalig bereits 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Finanzierungen sind in Aussicht gestellt worden, damit alle Kinder, die möchten, auch ein Instrument günstig zur Verfügung gestellt bekommen können.

Für die Wartung und Pflege sowie die Anschaffung weiterer Instrumente sind Sponsoren herzlich willkommen und notwendig. Darüber hinaus hat der schuleigene Förderverein immer wieder Anschaffungen ermöglicht (Noten, Stative, Verstärker, E-piano etc.). Dafür an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank an die Förderer, also Dank an die Eltern, die Mitglied(-er) sind.

Um die Teilnahme der Siebtklässler und älteren Bläserklässler für die AGs sicherzustellen, müssen wir Sponsoren gewinnen, die uns bei der Finanzierung schuleigener Instrumente unterstützen.

Ihr Ansprechpartner bei Fragen und Anmerkungen ist Marcus Bense (Fachleitung Musik/ Leitung Musikklassen).

Kontakt über das Sekretariat (I. Buchal)